Schon gewusst

Wie Sie Ihr Gemüsebeet mit altem Gemüse bereichern können?

Haben Sie schon Mal was von Pastinaken, Topinambur oder Erdbeerspinat gehört? Sie alle sind von anderen Gemüsearten, wie beispielsweise der Kartoffel oder der Karotte von unserer tagtäglichen Speisekarte verdrängt worden und dadurch in Vergessenheit geraten. Dabei haben alte Gemüsesorten durchaus Vorteile gegenüber den neuen: Sie sind über Generationen hinweg an unsere Bedingungen angepasst und daher sehr robust und unempfindlich. Die alten Sorten vertragen Kälte und Trockenheit sehr gut und enthalten außerdem eine größere Bandbreite an sekundären Pflanzenstoffen. Diese geben den Gemüsepflanzen oft ihre spezielle Farbe und schützen sie vor Fressfeinden und schädlichen Organismen wie beispielsweise Pilzen. Die oben genannten drei „Klassiker“ der alten Gemüseküche möchten wir Ihnen nun vorstellen:

Pastinaken

Das Wurzelgemüse Pastinake wurde von der Kartoffel abgelöst und galt früher in Deutschland als Grundnahrungsmittel. Das typische Herbst-/ Wintergemüse hat einen sehr aromatisch süßlichen und angenehm nussigen Geschmack. Die Pastinaken sind sehr gesund: Jede Menge Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Magnesium, Zink und Kalium stecken in der Knolle. Für eine Ernte zur typischen Pastinaken-Saison ist eine Aussaat zwischen März und Mai auf tiefgründig gelockerten Boden anzuraten. Nach der Aussaat in Reihen mit 30 - 50 cm Abstand brauchen die Samen etwa drei Wochen zur Keimung, dann werden sie auf etwa 5 - 10 cm Abstand ausgedünnt. Die Pastinake kann sowohl roh geknabbert als auch gekocht, gedünstet oder püriert werden. Pastinakenbrei ist aufgrund seiner guten Verträglichkeit besonders beliebt für Babybrei.

Topinambur

Topinambur ist auch bekannt als Erdbirne oder Rosskartoffel. Wenn im Herbst seine goldgelben Blüten leuchten, kann die Verwandtschaft zur Sonnenblume nicht mehr verleugnet werden. Die essbaren Knollen haben eine bräunlich bis violette Schale und weißes Fleisch. Topinambur hat einen angenehmen nussigen Geschmack. Die Knolle enthält anstatt Stärke Inulin, ein stärkeähnliches Kohlenhydrat, das Zuckerkranke besonders gut vertragen. Daher wird die Topinambur auch oft als „Kartoffel der Diabetiker“ bezeichnet. Minusgrade macht der Topinambur-Knolle nichts aus. So kommen sie auch im Winter noch erntefrisch auf den Tisch – übliche Erntezeit ist von Oktober bis März Gepflanzt wird sie von März bis Anfang Mai in einem Abstand von 25 - 40 cm und einer Pflanztiefe von 8 - 15 cm. Bei sehr schweren Böden sollte vor dem Pflanzen Mist und Kompost eingearbeitet werden. Die Verarbeitungsmöglichkeiten sind vielfältig. Die Knolle lässt sich roh und ungeschält, gedünstet, gebraten oder frittiert verzehren.

Erdbeerspinat

Der Name leitet sich von seinen essbaren, erdbeerartigen Früchten sowie den spinatähnlichen Blättern ab. Ab dem 16. Jahrhundert wurde der Erdbeerspinat von dem heutigen Gartenspinat verdrängt. Die auch als „Ziergemüse“ genutzte Pflanze ist ein sehr anspruchsloses Gemüse, das auf fast allen Böden wächst. Gesät wird zwischen März und Juni in Reihen mit einem Abstand von 25 cm, der Abstand in der Reihe sollte 15 cm betragen. Der Standort sollte sonnig bzw. im Halbschatten sein. Je nach Witterung kann nach acht Wochen das erste junge Blattgrün geerntet werden. In der Küche kann der Erdbeerspinat ähnlich wie der „normale“ Spinat zubereitet werden: es macht sich sowohl roh im Salat, gekocht als Gemüsebeilage, als auch auf Pizza oder in Gemüsesuppen gut.

Pastinaken gedeihen praechtig

Anbautipp


Um ein erfolgreiches Gartenjahr zu erzielen, empfehlen wir die Beete für die o.g. Kulturen mit ausreichend Gartenkompost und einer Kalkgabe von 80 – 100 g/m2 Nordweiss-Perle® Garten- und Rasenkalk vorzubereiten.