Schon gewusst

Obst und Gemüse brauchen auch Kalk!

Ein Kalkmangel lässt sich bei Obst und Gemüse äußerlich sowie geschmacklich erkennen.

Im Gegensatz zum Boden, wo sogenannte „Zeigerpflanzen“ wie Knöterich, Sauerampfer, Hundskamille und Adlerfarn einen Hinweis geben, dass sich der Kalkhaushalt nicht im Optimum befindet, bekommt zum Beispiel der Apfel kleine, braune und trockene Stellen, die ihn nicht nur optisch sondern auch geschmacklich verändern. Ein sogenannter „Stippenbefall“ macht den Apfel ungenießbar. Die Ursache dafür ist ein Mangel an Calcium. Entweder ist zu wenig Calcium im Boden oder es herrscht ein Überangebot an Kalium und Magnesium, welches zu einer Festlegung von Calcium führt und die Aufnahme somit blockiert. Die Pflanze nimmt dann Kalium und Magnesium bevorzugt auf.

Hier können Calciumpräparate und auch kohlensaurer Kalk wie z. B. Nordweiss-Perle® Garten- und Rasenkalk zum Einsatz kommen, die über die Nährstoffleitungsbahnen der Pflanze aus dem Boden transportiert werden. Wichtig in diesem Fall ist, dass der Boden nicht zu trocken ist, denn sonst funktioniert diese Versorgung nicht mehr einwandfrei und ein Mangel entsteht.

Aprikosenbaum ohne Stippenbefall
Familie bei der Gemüseernte

Ein Stippenbefall kann durch folgende Zusatzmaßnahmen weiter verhindert werden:

  • Eine Bodenprobe ziehen, um den pH-Wert festzustellen
  • Es sollte eine gute Kalkversorgung im Boden herrschen. Ansonsten kann man einfach mit Kalk nachstreuen
  • Vermeidung von Überdüngung (besonders nicht mit Kalium und Magnesium)
  • Regelmäßige Wasserversorgung
  • Rückschnitt des Baumes nur schonend gestalten, da ansonsten das Holzwachstum zu stark gefördert wird
  • Bei Bedarf eine gezielte Calcium-Fruchtdüngung

Größere Apfelsorten wie z. B. Boskoop, Jonagold und Jamba sind eher von der Krankheit betroffen.

Auch an Gemüse wird ein Calcium-Mangel sichtbar. Die Tomate zum Beispiel bekommt dann eine sogenannte „Fruchtendfäule“. Diese lässt sich, anders wie beim Apfel, nicht durch braune Stippen, sondern durch braunes und eingefallenes Gewebe erkennen. Die Frucht fault dann regelrecht ab. Calcium ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe und ein Hauptbestandteil der Zellwände. Fehlt er, brechen die Zellwände zusammen und das Gewebe stirbt ab. An diesen Stellen sind die Früchte besonders anfällig für sekundäre Krankheiten wie z. B. einen Pilzbefall. Auch andere Gemüsearten wie zum Beispiel Paprika und Zucchini können daran erkranken. Wenn die Tomate noch keinen Pilzbefall vorweist, kann man die schwarzen, eingefallenen Stellen einfach herausschneiden und trotzdem genießen. Optimal ist es, bereits zu jeder Gemüseauspflanzung eine Kalkung des Bodens vornzunehmen, um Mangelerscheinungen zur Zeit der Zellteilung direkt im Vorfeld zu vermeiden.